Jahresrückblick 2002

Alle Jahre wieder findet in der Silvesternacht in sämtlichen Räumen der Stuttgarter Liederhalle „der Ball der Bälle“ in der Landeshauptstadt statt: Der 46. Große Silvesterball 2002 wird auch dieses Jahr vom Stuttgarter Liederkranz 1824 e.V. präsentiert.

Drei internationale Showorchester an drei Tanzflächen verzaubern drei Generationen mit ihren hinreißenden Rhythmen aus der Karibik, dem eleganten Walzer aus Wien und Jazz aus New York.

Im festlichen Beethovensaal fasziniert erstmals auf dem Stuttgarter Silvesterball Ray Martin mit Deutschlands Top N°1 Gala-Orchester. Stuttgarts heißester Favorit der Pop-, Jazz- und Soulszene, die sechsköpfige juke.box, begeistert im elegant dekorierten Foyer. In einen Vorort von Havanna schließlich verwandelt sich dieses Jahr der Silchersaal: in bester Buona Vista Social Club-Manier spielt die 5-Personen-Band Bombonchá heiße karibische Rhythmen und sorgt für ausgelassenste Stimmung auf der Tanzfläche und an der Caipirinha-Bar mit Barmaid und Barkeeper aus dem Hause Maritim.

Das Team des benachbarten First-Class-Hotels sorgt auch an den Tischen und den Bars für das leibliche Wohl der Gäste mit einer Dinnerkarte und kleinen Snacks.

Zusätzliches internationales Flair erhält der 46. Große Silvesterball 2002 mit einer bunten Lido- und Musicalshow der Energy Dancers, dem bekannten Showballett der Spitzenklasse.

Eingeflogen aus den USA sorgen der Opern- und Gospelsänger Prof. Dr. Oral Lee Moses aus Georgia und Stuttgarts Kirchenmusikdirektor Kay Johannsen an der Orgel mit ihrem feierlichen Programm für Gänsehaut, bevor die 12 Schläge der Stiftskirche den Jahreswechsel einläuten und ein fulminantes Bühnenfeuerwerk u.a. grünes Licht gibt zum Öffnen der Champagnerflaschen.

Die charmante Moderation des Balles durch Michael Branik hat bereits Tradition. Professionell führt der beliebte SWR-Moderator auch heuer durch den festlichen Abend und spielt gerne den wortgewandten Glücksbringer für die Gäste: denn gute Tradition hat auch die Tombola mit exklusiven Spitzengewinnen im Wert von über 20.000,00 €: Ein Lancia aus dem Hause Auto-Palazzo wartet auf einen glücklichen Ballgast, ebenso wie Reisen in ferne Länder und zu kulturellen Highlights in ganz Deutschland.

Freuen Sie sich mit uns auf den herrlichen Ball, an dessen Ende es wieder heißen wird: Es war eine rauschende Ballnacht...

Ballbeginn ist um 20.00 Uhr, Saalöffnung um 18.30 Uhr.
Eintrittskarten für den Beethovensaal inkl. Tischreservierung zu 70,00 € und für das Foyer zu 40,00 € jeweils zzgl. VVK-Gebühr sind bei Easy-Ticket-Service unter der Telefon-Nummer 0711.2.55.55.55 sowie an allen bekannten Vorverkaufsstellen erhältlich.

Verantwortliche Ansprechpartner:
Mark Durst & Klaus-Peter Reuter

ODYSSEUS - “von Herzen gekommen und in die Herzen gedrungen”

Max Bruch - ein Verteidiger der Romantik und großer Chorkomponist

von Regina Hüser
Sängerin in den Konzertchören des Stuttgarter Liederkranz

Max Christian Bruch war und ist in erster Linie als Komponist eines einzigen Werkes, seines Violinkonzerts Nr.1,G-Dur, op. 36, bekannt. Das hat ihn selbst besonders geärgert, denn er hat fast hundert weitere Werke geschrieben und war vor allem ein großer Chorkomponist. Als solcher war er zu seinen Lebzeiten auch vorrangig bekannt. Bruch wirkte auch wegweisend in der Weiterentwicklung des Oratoriums, die von den Kirchenwerken Mendelssohn wegführten. Obwohl musikalisch der Romantik verbunden, was für ihn insbesondere in seinen reiferen Schaffensjahren nicht unbedingt von Vorteil sein sollte, war seine Hinwendung zu neuartigen Themen, besonders zu den Sagen der griechischen Antike und Nordeuropas, etwas ganz Neuartiges. Sein ODYSSEUS ist herausragendes Beispiel dafür. In Europa und auch in Amerika bestand gerade auch deshalb großes Interesse an seinen Werken und begünstigte seinen Erfolg als Komponist und Dirigent auf beiden Kontinenten.

Bruch 1883 auf seiner Amerika Tournee

Unter den Vorfahren von Max Bruch - die Wurzeln lassen sich bis in das Jahr 1560 zurück verfolgen - war der Großvater, Christian Gottlieb Bruch (1771-1836), der Berühmteste. Er studierte Theologie, war Pfarrer in Bergzabern, Militärpfarrer für die Garnison in Breisach und wurde 1803 als Superintendent und Vorsteher der protestantischen Gemeinde in das katholisch Köln berufen. Der Überlieferung nach war er ökumenischer Gesinnung und mit dem Vorsteher der katholischen Gemeinde befreundet. Im November 1811 war er zu einer Audienz anlässlich eines Besuches von Kaiser Napoleon geladen. Sein Sohn, der Vater von Max Bruch, August Carl Friedrich Bruch (1799-1861) war zunächst Rechtsanwalt in Berlin und später Vizepräsident der Kölner Polizei. Seine Frau Wilhelmine, geb. Almenräder (1799-1867) und Mutter von Max Bruch, entstammte einer musikalischen Familie aus dem Bergischen Land und war Sängerin. Ihre beiden Brüder besaßen eine Musikalien- und Instrumentenhandlung in Köln und begründeten 1812 zusammen mit dem Vater die Kölner Musikalische Gesellschaft. Schon zu Lebzeiten und in verschiedenen Büchern, so auch in Kohuts “Berühmte jüdische Männer und Frauen”, war behauptet worden, Bruch sei jüdischer Abstammung. Dies wurde von Bruch und auch von seiner Familie stets dementiert. Bruch selbst war der Meinung gewesen, dass die Komposition von Kol Nidrei Anlass für dieses Missverständnis gegeben hatte.
Bruchs Weltanschauung war geprägt durch außerordentliche Konstanz, obwohl sich zu seinen Lebzeiten um ihn herum die Welt drastisch veränderte. Als Kind erlebte er noch die Revolution von 1848 und als alter Mann noch das Ende des Ersten Weltkrieges. Bruch tat sich schwer, sich den umfassenden Veränderungen im gesellschaftlichen und musikalischen Bereich um ihn herum anzupassen. Er blieb zurück, wurde zunehmend isolierter und verbitterter. Er verteidigte eisern die Romantik und stand fest zu den Werken Mendelssohns und Schumanns. Zu Brahms hatte er zeitlebens ein schwieriges, wenn nicht gespanntes Verhältnis und fühlte sich von diesem Großen der Musik nicht anerkannt - wobei wohl auch Brahms durch sein Verhalten, was Bruchs als “von oben herab” empfand, einiges zu den gegenseitigen Spannungen beigetragen haben dürfte.

Max Bruch und seine Frau Clara Tuczek heirateten - er war 42 Jahre alt, sie 26 - am 3. Januar 1881 in Berlin. Sie entstammte einer österreichischen Musikerfamilie. Ihre Tante war die damals berühmte Sängerin Leopoldine Herrenburg-Tuczek, deren Abschiedsvorstellung der junge Bruch an der Berliner Oper noch miterlebt hatte. Die Bruchs hatten vier Kinder, die Tochter Margarethe und die Söhne Max-Felix, Hans und Ewald. Hans war das künstlerisch Talentierteste. Seine Begabung war die Malerei, die er wohl von seinem Vater geerbt hatte, denn auch Max Bruch hatte sich im Kindesalter nicht nur für Musik, sondern auch für die Malerei begeistert.

Nirgends ist’ lieblicher ja,
als in der Heimat

Der Igeler Hof

Energiequell und Ort der Kreativität war für Bruch zeitlebens der “Igeler Hof” im Bergischen Land unweit vom heutigen Bergisch-Gladbach. Hier war er als Rheinländer verwurzelt und hierher kehrte er immer wieder von seinen “künstlerischen Wanderschaften” zurück. All seine Hauptwerke sind zum größten Teil hier entstanden, auch der ODYSSEUS. Schon früh hatte sich Bruch mit Maria Zanders und ihrem Mann Richard befreundet, die im Bergischen Land nicht nur eine große Papierfabrik besaßen, sondern auch große Musikliebhaber waren. Maria Zanders verwitwete früh und widmete sich fortan dem Familienunternehmen und dem Wohlergehen ihrer Arbeiter. Dazu gehörte auch die Gründung des Cäcilienchors, der noch heute unter  dem Namen “Chorgemeinschaft Bergisch Gladbach” existiert. Der Familie Zanders gehörte auch der “Igeler Hof”, auf dem sich Bruch wie zu Hause fühlen konnte und durfte. In einem Brief vom 9.6.1919 an die Familie Zanders, der testamentarische Züge hat, schreibt Bruch unter anderem:”...Wie schön muss es jetzt bei Ihnen in Gladbach, im Thal und auf den Höhen sein!...Es ist nun schon zehn Jahre her, dass ich das Glück hatte, bei Ihnen zu weilen...aus alledem ist nichts geworden, denn seit 1910 bin ich ein Sklave meiner Altersbeschwerden, konnte nicht mehr nach all’ den mir so teuern Orten... Igeler Hof kommen...ich, ein Mensch, der nie in seinem Leben ohne Berge und Bäume und Bergluft sein konnte...muß nun auf das alles verzichten und in dem verfl...Märkischen Sand weiterexisitieren...Wie tief die Heimat in mein Herz eingegraben ist, das beweist Ihnen schon mein Lied von der Heimat >>Nirgend ist’s lieblicher ja, als in der Heimath<< - der Schlußchor aus ODYSSEUS, das Sie freundlich erwähnen. Es ist von Herzen gekommen, und ist daher auch zu vieler Herzen gedrungen, nicht allein in Deutschland, sondern in allen Ländern, wo ODYSSEUS erklang.”

Jahre nach ODYSSEUS schrieb Bruch in einem Brief, in dem er sich kritisch mit seiner Oper “Hermione” auseinander setzte:”...Der ganze Stoff lag mir nicht und im Übrigen hatte mich schon damals...die Homerische Poesie ganz und gar in ihren Zauberkreis gezogen. Ich lebte nur noch in der Odyssee...” Und an seine Schwester Mathilde in Berlin schrieb er im September 1871 von einem “unvergleichlichen Stoff”, auf den er für ein großes Konzert-Werk gestoßen sei: ”Erschrick nicht, es ist die Odyssee!” Als er Homers Epos gelesen habe, sei es ihm wie “Schuppen von den Augen gefallen” und er stürzte sich darauf (die Odyssee) als ein Gegenmittel gegen “die christliche Jammer- und Tränen-Poesie der Bach’schen Kirchenkantaten”, so seine eigenen Worte.
Für das Projekt ODYSSEUS, op.41, arbeitete er mit dem Dichter Wilhelm Paul Graff zusammen. Es war das erste seiner “weltlichen Oratorien”. Mit seiner ihm eigenen Begeisterung machte er sich sofort ans Werk. Vollendet wurde ODYSSEUS im November 1872. Am 6. Mai 1872 fand unter Carl Reinthaler in Bremen eine Aufführung von sechs bis dato vollendeten Szenen statt. Uraufgeführt wurde das gesamte Werk unter Bruchs Leitung am 8. Februar 1873 in Barmen (Wuppertal). Bruchs Freund Anton Krause, Musikdirektor in Barmen, studierte den Chor für die Uraufführung ein. Das Konzert – das Haus war mit 1.250 Zuhörern ausverkauft - war ein voller Erfolg und bedeutender Tag in der Geschichte von ODYSSEUS. Das Werk, das der Sing-Akademie in Barmen gewidmet ist, half Bruchs Ruf ebenso wie das erste Violinkonzert. ODYSSEUS fand sich sofort im Repertoire vieler Chöre, besonders im Rheinland, und förderte Bruchs Musik auch im Ausland, insbesondere in Holland, England und Amerika. Zwei Wochen vor der Uraufführung äußerte sich Bruch in einem Brief über seine Materialauswahl und seine Ansichten zum Oratorium seit Medelssohn. “Biblische Stoffe lagen und liegen mir fern; die alten Meister haben auf diesem Feld so viel Gewaltiges geleistet, daß wir selbstständige und neue Leistungen nur in Verbindung mit anderen Stoffen ermöglichen können. Es ist nicht zufällig, daß alle Oratorischen Leistungen seit Medelssohn mißglückt sind.” Aus dem genannten Grund gab Bruch dem Werk auch den Untertitel “Szenen aus Odysseus”, um die Bezeichnung Oratorium zu vermeiden.

Keine Effekte von der Opernbühne,
aber für die Phantasie des Publikums

Bruch verwandte große Sorgfalt auf die Auswahl der einzelnen Szenen: Odysseus bei Calypso; in der Unterwelt; bei den Sirenen; Seesturm; bei den Phäaken; Nausikaa; Fest; Entsendung und Heimfahrt; Penelope; Schlußszene mit Wiedersehen, Rache, Großem Schlußchor - einer “Ode” an die Liebe, die Treue und das Heimatgefühl. Es war nie die Absicht von Bruch, dramatische Effekte von der Opernbühne auf den Konzertsaal zu übertragen, sondern er wollte die Vorstellungskraft seines Publikums ansprechen. Trotzdem finden sich Ähnlichkeiten zwischen einigen Chorszenen im ODYSSEUS und dem zweiten Akt seiner Oper “Die Loreley” - eine Wesensverwandtschaft zwischen den Rheingeistern und den Geisten der Unterwelt. Der Chor hat im ODYSSEUS eine wichtige Doppelfunktion. Zum einen ist er Handlungsträger und stellt die Gefährten von Odysseus, die Geister des Hades, Phäaken, Sirenen, die Gefährtinnen von Nausikaa, Ozeaniden und das Volk von Ithaka dar - zum anderen ist er auch Erzähler in der ganz klassischen Funktion eines Chors im griechischen Drama. ODYSSEUS fließt über von Melodie. Dies ist die Stärke des Werks, sei es, wenn die melodische Kraft aus der Orchesterbegleitung herauswächst, oder sich in der schlichten Trauer von Penelope zeigt. Die Titelrolle ist äußerst anspruchsvoll und anstrengend und erfordert bisweilen Wotans Stimmgewalt wie in der “Walküre”, etwa wenn Odysseus erzürnt, als er hört, wie Penelope von den Freiern bedrängt wird. *)

ODYSSEUS erfreute sich sofortiger Popularität, die allerdings nur etwa bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges anhielt. Die Kritiker sprachen nach der Uraufführung von einem “durchschlagenden Erfolg” - das Werk habe die “zahlreiche Zuhörerschaft zu lebhaften Beifallsbezeugungen elektrisiert”. Ein Chor und ein Arioso seien auf Verlangen des Publikums wiederholt worden. Die Sängerinnen des Chors überreichten dem Dirigenten und Komponisten am Ende der Vorstellung ein Bukett und der ganze Chor krönte ihn mit einem Lorbeerkranz.
Außer im Rheinland wurde das Werk in allen deutschen Städten gegeben und nach und nach auch in anderen europäischen Ländern. Es folgten Ehrungen und Auszeichnungen für Bruch. Eine besondere Art der Auszeichnung wurde ihm von Brahms zuteil, der ODYSSEUS für sein Abschiedskonzert mit der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien am 18. April 1875 auswählte. Bruch war allerdings weniger glücklich darüber, dass Brahms wegen zeitlicher Beschränkung des Konzerts nicht das ganze Werk aufführen konnte und sogar die Partie der Penelope gestrichen hatte. Dennoch freute er sich, dem Konzert in Wien beizuwohnen. Aber diese Hoffnung kehrte sich in Enttäuschung. Da Bruch bis zuletzt weder von Brahms noch von dem Komitee hörte und nicht einmal eine offizielle Einladung zu dem Konzert erhielt, entschloss er sich, wegzubleiben.

Seit der Bremer Premiere im Mai 1872 fanden bis Ende 1875 insgesamt 42 Aufführungen von ODYSSEUS statt, darunter auch in New York im Januar 1874 und im März 1875 in Liverpool. Damit begann eine Verbindung zu dieser Stadt, die 1880 darin ihren Höhepunkt hatte, dass Bruch dorthin als Direktor der Philharmonic Society übersiedelte. Er trat hiermit die Nachfolge des schwer erkrankten aus Stuttgart stammenden bisherigen Musikdirektors Sir Julius Benedict an. Die wachsende Anzahl von Gesangvereinen in England sowie die Tatsache, dass die Klavierauszüge seiner Werke in englischer Sprache vorlagen - Übersetzerin war die Sängerin Natalia Macfarren, Gattin des Komponisten und Musikwissenschaftlers George Macfarren - trug wesentlich zur Verbreitung der Musik Bruchs in England und Amerika bei.

John Alexander Fuller-Maitland der in seinem Buch “Masters of German Music” Bruch qualitativ im Mittelfeld zwischen Brahms und anderen zeitgenössischen deutschen Komponisten einordnet, war voll des Lobes über ODYSSEUS:  “Das Werk, ...durch das Bruchs Name vielleicht in der ganzen Welt am besten bekannt ist. Wiederum erreicht er seinen Gipfelpunkt in der Vertonung ... einer Geschichte, die seine Phantasie anregte. Ein eingehendes Studium dieses Meisterwerks des Genies Bruch würde erhellen, warum Bruch als Opernkomponist scheiterte... Der Erfolg, den es erzielte, wo auch immer es gegeben wurde, ist äußerst bemerkenswert.”
 

*) Für das Konzert in der Stuttgarter Liederhalle am 10. November 2002 konnte Kammersänger Wolfgang Schöne von der Stuttgarter Staatsoper – er wird die Partie des Odysseus singen – gewonnen werden.
 

Literatur und Bildquelle:
Christopher Fifield, Max Bruch, Biographie eines Komponisten, Zürich: Schweizer Verlagshaus, 1990

An diesem Tag jährte sich zum 135. Mal  die Krönung  Franz Josephs zum König von Ungarn und Elisabeths („Sisi“) zur Königin von Ungarn in dieser traditionsreichen Kirche. Aus diesem Anlass komponierte Franz Liszt die „Ungarische Krönungsmesse“.

225 Choristen, Orchestermitglieder und „Fans“ reisten vom 5. bis 9. Juni 2002 in fünf Bussen nach Budapest, um im Rahmen der Feiern zum 50-jährigen Bestehen Baden-Württembergs unter der Leitung von Ulrich Walddörfer ein „europäisches“ Konzert mit Werken von Donizetti, Schubert und Gounod zu geben. Der Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Ungarn, Wilfried Gruber, begrüßte die Mitglieder des Stuttgarter Liederkranzes vor gut 1000 Zuhörern mit einem Zitat von Friedrich Schiller sehr herzlich. Er brachte seine Freude zum Ausdruck, dass nach Gastspielen der Staatsoper Stuttgart, der Bachakademie und des Freiburger Kammerorchesters  auch der Stuttgarter Liederkranz einen Beitrag zu den Feierlichkeiten leistet und damit ebenfalls die kulturelle Verbundenheit zwischen Ungarn und Baden-Württemberg unterstreicht. Das Publikum dankte für ein außergewöhnliches Konzerterlebnis mit lang anhaltendem Beifall. Auf Wunsch des Hausherrn der Matthias-Kirche, Kirchenmusikdirektor László Tardy, haben zum Ausklang die Chöre gemeinsam mit dem Publikum Schillers „Freude schöner Götterfunken“ gesungen.

Dieter Häussermann





Generalprobe in der Matthias-Kirche in Budapest für das Konzert der Chöre und des Sinfonieorchesters des Stuttgarter Liederkranzes am 8. Juni 2002.

Orchesterkonzert am 14. April 2002



Im gut besuchten Mozartsaal der Stuttgarter Liederhalle kamen unter der Leitung von Ulrich Walddörfer folgende Werke zur Aufführung:

Franz Schubert (1797 – 1828)
Ouvertüre zu "Die Zauberharfe" (Rosamunden-Ouvertüre), D 644

Sinfonie Nr. 4 c-moll "Tragische", D 417

Carl Maria von Weber (1786 – 1826)
Klarinettenkonzert Nr.1 f-moll, op.73

Solistin Anne Appelmann

Sinfonieorchester Stuttgarter Liederkranz
Dirigent Ulrich Walddörfer

Über neue Orchestermitglieder freuen wir uns stets.
Interessierte Instrumentalisten sind gerne zu unseren Probenabenden eingeladen

Carl Maria von Weber (1786 – 1826)
Klarinettenkonzert Nr.1 f-moll, op.73

Solistin Anne Appelmann

Sinfonieorchester Stuttgarter Liederkranz
Dirigent Ulrich Walddörfer

Über neue Orchestermitglieder freuen wir uns stets.
Interessierte Instrumentalisten sind gerne zu unseren Probenabenden eingeladen

Stuttgarter Liederkranz konzertiert in Florenz

Gute Werbung für Stuttgart und seine Chorkultur

Die Konzertchöre und das Sinfonieorchester des Stuttgarter Liederkranzes waren vom 6. bis zum 10. Juni mit 200 Choristen und Instrumentalisten auf Konzertreise in Florenz und Siena. Höhepunkt – und für den Stuttgarter Liederkranz eine Sternstunde – war das Konzert in der Kirche San Salvatore di Ognissanti in Florenz, einer ehemaligen Klosterkirche der Humilitaten, deren Gemeinde seit 1561 von Patres der Franzikaner betreut wurde und  jetzt von benediktinischen Ordensbrüdern geistlich geführt wird.

Die vollständig mit Fresken von Botticelli, Benucci, Romei, Ghierlandaio und vielen anderen ausgeschmückte Kirche ist auch die Grablege für Carolina Bonaparte-Marat, der Schwester Napoleons, wo sich ein Holzkruzifix von Veit Stoß befindet. Sie verfügt über eine wunderbare Akustik.  Hier Werke singen und spielen zu dürfen, die für solche Räume bestimmt sind, beglückte die Mitglieder von Chor und Orchester. Die Kirche war bis zum letzten Platz voll besetzt, und wer keinen Sitzplatz hatte, versuchte, es sich auf dem Boden und den Stufen der Seitenaltäre bequem zu machen.

Unter der Leitung von Ulrich Walddörfer musizierten Chor und Orchester in dieser Atmoshäre mit Leichtigkeit und Intensität zugleich. Der Frauenchor eröffnete das Konzert mit dem Stabat Mater von Giovanni Battista Pergolesi und umrahmte die ersten Glanzpunkte des Abends: Lydia Zborschil, Sopran, und Carmen Mammoser, Mezzosopran, versetzten das Publikum mit ergreifenden Solopartien in atemlose Stille und Andacht. Der Männerchor sowie Teru Yoshihara, Bariton, in der Solopartie führten den Spannungsbogen mit dem Sonnenhymnus des
Hl. Franziskus von Assisi von Franz Liszt weiter, nach dessen Ende bereits Bravi-Rufe zu hören waren.

Danach folgte die Messa die Gloria von Giacomo Puccini, die von den Chören, dem Orchester und den Solisten Nicolaj Iossifov, Tenor, und Teru Yoshihara mit Inbrunst und Freude wiedergegeben wurde. Puccinis Musik, in Lucca, unweit von diesem Ort komponiert, offenbarte für alle Mitwirkenden ihren tiefen, religiösen Charakter. Nach dem Schlusston des Agnus Dei verharrte das Publikum zunächst in andächtiger Stille, um dann in enthusiastischen Beifall auszubrechen, der so lange anhielt bis Ulrich Walddörfer nach einer kurzen, auf Italienisch gehaltenen Dankesrede das Agnus Dei wiederholen ließ, womit das „puccineske Glück“ aller in der Kirche Versammelter vollkommen war.

Am nächsten Morgen begleitete der Chor mit gesungenen Psalmen eine Hl. Messe im Dom zu Siena.
Die Reise war für den Stuttgarter Liederkranz ein großer Erfolg, da Konzertchöre und Sinfonieorchester ebenbürtige Partner für ein anspruchsvolles Musizieren in florentinischem Ambiente waren. Das Konzert war eine Sternstunde der Chormusik und eine stilvolle Werbung für Stuttgart und sein vielfältiges Kulturleben.

Ruth Tollnek

 

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10.00 - 12.00 Uhr

 

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